Räder-Wintersaison suboptimal im Gesamtverlauf

Donnerstag, 10 März, 2016 - 12:00
Der Trend zu farbigen Rädern wird sich wohl nie so richtig durchsetzen können.

Zweimal im Jahr realisiert die Kölner Unternehmensberatung BBE Automotive GmbH im Auftrag des BRV-Arbeitskreises Felgenhersteller das Felgen/Räder-Sell-In-Panel. Es beleuchtet die Marktentwicklung der Stahl- und Aluräder. Nun stellte die BBE dem BRV-Arbeitskreis anlässlich der Frühjahrssitzung im Februar die Auswertung des aktuellen Panels vor mit dem Ergebnis: Die Panelteilnehmer beurteilen die Situation der Räderanbieter als „mittelmäßig“.

Die AK-Mitglieder melden für das Panel ihre Sell-In-Volumina (ausschließlich Pkw-Ersatzmarkt, ohne Verkäufe an Fahrzeughersteller und -importeure), schätzen unabhängig voneinander die übrige Nachfrage und prognostizieren die zukünftige Entwicklung. Die BBE wertet diese Daten aus, ergänzt eigene Marktzahlen und ermittelt daraus ein Sell-In-Marktvolumen sowie eine Prognose für das laufende Jahr und Trends für die kommenden drei bis vier Jahre.

Das aktuelle Panel ergab, dass wie bereits im Vorjahr die Panelteilnehmer die Situation der Aluradanbieter überwiegend als „mittelmäßig“ beurteilen. In Schulnoten ausgedrückt ist die Bewertung des Gesamtjahres 2015 mit einem Durchschnitt von „glatt befriedigend“ (3,0) nur minimal besser als für das Vorjahr (3,13). Die vergangene Wintersaison ist für die Felgenbranche gut angelaufen, war aber ähnlich wie im Reifenersatzgeschäft suboptimal im Gesamtverlauf. Mit Blick auf die Verbraucher ist festzustellen, dass die Tuningbegeisterung tendenziell sinkt und auch die Nachfrage nach Designrädern weiter an Bedeutung verliert.

Auch ergab die Auswertung, dass ein Marktwachstum im Ersatzmarkt für Aluräder für das Gesamtjahr 2016 nicht in Sicht ist. Zudem nehme der Verdrängungswettbewerb zu, vor allem seitens der Automobilhersteller. Auch für die kommenden drei bis vier Jahre schätzen die namhaften Felgenhersteller das Marktvolumen für Räder sowohl auf der Stück- als auch auf der Wertebene in Summe als stagnierend ein. Dabei sei die Stückzahl-Prognose im Vergleich zur Einschätzung des Vorjahres leicht positiver, die Erwartungen für die Wertebene seien hingegen leicht zurückgegangen.

Bezogen auf den Gesamtmarkt Alu und Stahl werden für keine Produktgruppe besonders gute Chancen gesehen, so das Ergebnis des Panels. Leichte Chancen auf steigende Absätze gibt es nach Einschätzung der Marktteilnehmer unter Umständen noch für hochtechnologische Markenprodukte und No-Name-Dumping-Produkte sowie exklusive Produkte und Anwendungen. Außerdem soll Rotationsoptik im Trend liegen. Eher schlechte Perspektiven sehen die Panelteilnehmer für Designräder im Mittelpreissegment, No-Name-Produkte im mittleren Preissegment, mehrteilige Räder und Schmiederäder. Oft hört man seitens der Branche, das der Trend zu farbigen Rädern sich nicht komplett durchsetzen wird. Auch das Panel zeigte, dass farbige Felgen kaum noch gefragt sind.

Trotz stagnierender Tendenzen auf dem Gesamtmarkt gibt es auch weiterhin einige Unternehmen mit positiver Marktentwicklung, die vor allem aus Investitionen in Produktpalette, Markenpflege und Marketing sowie verbesserten Service resultieren. Andere Faktoren, wie zum Beispiel die Anfälligkeit preisempfindlicher Kunden für Ganzjahresreifen oder das verbreiterte Markenportfolio bei Onlinevermarktern, würden sich zumindest für einige Unternehmen eher negativ auswirken.

Lesen Sie mehr über die Auswertung des Felgen-Sell-In-Panel in der April-Ausgabe von AutoRäderReifen-Gummibereifung.

Quelle: 

akl

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