Geduckt, wie zum Sprung bereit, steht die Kawa da und dokumentiert so ihre sportlichen Ambitionen.
Foto: Martin Häußermann
Geduckt, wie zum Sprung bereit, steht die Kawa da und dokumentiert so ihre sportlichen Ambitionen.

Motorrad

Sportlich reisen – Kawasaki Ninja 1000 SX

Die Kawasaki Ninja 1000 SX erweist sich als echtes Multitalent. Sie taugt für flotte Landstraßen-Runden, ebenso für entspannte Alltagsfahrten – und auch auf längeren Reisen ist die Ninja 1000 SX eine durchaus angenehme Begleiterin.

Für die Kategorie Sporttourer spricht vor allem deren Vielseitigkeit. Ob man nun zur Arbeit fahren, am Feierabend noch mal einen Umweg durchs Kurvenlabyrinth zurücklegen oder in den Urlaub fahren will. Eine sehr typische Vertreterin dieser Kategorie ist die Kawasaki Ninja 1000 SX Tourer, die 2021 vorgestellt wurde und der wir im Herbst vergangenen Jahres auf rund 1300 Testkilometern auf den Zahn gefühlt haben.

Wo bei Kawasaki Ninja drauf steht, steckt Sport drin. Also eine schlank geschnittene, kantige Vollverkleidung, ein kraftvoller Motor sowie kurze Lenkerstummel. Das alles bringt die Ninja 1000 SX mit und hört sich zunächst ziemlich kompromisslos an. Ist es aber nicht. Im Gegenteil: Uns erscheint die Neue als nahezu idealer Kompromiss. Dafür spricht das Kürzel SX (Sports Crossover) am Ende der Typbezeichnung.  So finden wir eine zwar leicht gestreckte, aber dennoch kommode Sitzposition vor, die in Kombination mit dem angenehm gepolsterten Fahrerplatz langstreckentauglich ist.

Ausstattung

Sowohl beim Sporteln als auch beim Touren ist die Vollverkleidung nützlich, hält sie doch Nässe und vor allem Wind ab. Teil dieser Verkleidung ist eine in drei Stufen höhenverstellbare Scheibe. In tiefster Position sieht das Motorrad am besten aus, in der höchsten bietet sie den effektivsten Windschutz. Kawasaki hat den mechanischen Verstellmechanismus so konstruiert, dass man ihn am besten im Stand bedient. In der von uns getesteten Version Tourer ist die Ninja serienmäßig mit zwei Koffern ausgestattet, die zwar keine Raumwunder sind, aber für eine einwöchige Solotour ausreichen. Baut man die Koffer ab, wird die Kawa vom Tourer zum Sportler. Der wirklich genial einfache Befestigungsmechanismus macht die Verwandlung zum Kinderspiel.

Und weil wir gerade beim Schwärmen sind, der Motor ist eine Wucht, der perfekt zu einem Sporttourer passt. Einerseits erweist er sich als elastisch und ermöglicht so entspanntes Gleiten. Ist Sport angesagt, dreht man am Hahn und mobilisiert so bis zu 142 PS. Die äußern sich in Kawa-typischem Fauchen, ohne unangenehm laut zu werden. Das ist auch dem Mono-Schalldämpfer geschuldet, für den bei der Umstellung auf Euro 5 die Doppelrohranlage weichen musste. Weil das Getriebe serienmäßig mit einem Schaltautomaten ausgestattet ist, der hoch wie runter tadellos arbeitet, steppt man sich gerne durch die Gänge.

Bridgestone S22 als Erstbereifung

Vieles geht bei der Ninja einfach spielerisch. Sie lässt sich ohne großen Kraftaufwand auch langsam bewegen, rangieren ist kein Problem. In Fahrt wird der Kraftaufwand noch geringer. Verantwortlich dafür ist ein Fahrwerk, das sich einfach von Hand verstellen lässt und einerseits feinen Federungskomfort, andererseits gute Rückmeldung bei sportlicher Gangart bietet. Die Tausender lässt sich sehr zielgenau um die Kurve zirkeln. Kawasaki bevorzugt Bridgestone als Erstbereifung. Allerdings macht Kawasaki an dieser Stelle keine Kompromisse und montiert den Supersportreifen S22. Der vermittelt viel Sicherheit, bietet bei ausreichender Reifentemperatur auch tollen Grip.

Wo wir gerade beim Thema Sicherheit sind. Die Ninja ist mit einer kompletten LED-Lichtanlage ausgestattet, die uns bei Fahrten in der Dämmerung und im Dunkeln überzeugt hat. Die ist ebenso serienmäßig wie die umfangreiche Ausstattung an Fahrerassistenzsystemen. Kernstück der elektronischen Assistenz ist die IMU (Inertial Measurement Unit) von Bosch, die alle Fahrzustände registriert und die sensorisch erfassten Daten zur Motor- und Bremsregelung nutzt. Das ist ein wesentlicher Bestandteil des sicherheitsfördernden Systems KCMF (Kawasaki Cornering Management Function), das die flotte Kurvenhatz noch ein wenig angenehmer macht, weil es die Lastwechsel weicher gestaltet. Ergänzt wird dies durch ein Kurven-ABS, dem die Japaner den Namen KIBS (Kawasaki Intelligent Braking System) gaben. Die Bremsen mit einer großen Doppelscheibe vorn lassen sich perfekt dosieren, greifen im Falle eines Falles aber auch kräftig zu.

Dieses Motorrad schafft Vertrauen, gefällt optisch wie technisch – und auch der Preis ist angesichts seiner Qualitäten und Ausstattung vollkommen angemessen. (Martin Häußermann/kle)

Der Bridgestone S22 unterstreicht die sportlichen Ambitionen der neuen Ninja.
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Der Bridgestone S22 unterstreicht die sportlichen Ambitionen der neuen Ninja.
Die linke Hand führt Regie, bedient den Tempomaten, blinkt, hupt und arbeitet sich durchs Menü des Bordcomputers.
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Die linke Hand führt Regie, bedient den Tempomaten, blinkt, hupt und arbeitet sich durchs Menü des Bordcomputers.
Die Ablesbarkeit des TFT Cockpits ist erstklassig. Eine Navi-Halterung aus dem Original-Zubehörprogramm ermöglicht die Montage im direkten Blickfeld des Fahrers.
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Die Ablesbarkeit des TFT Cockpits ist erstklassig. Eine Navi-Halterung aus dem Original-Zubehörprogramm ermöglicht die Montage im direkten Blickfeld des Fahrers.
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