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Foto: Michelin
Am Standort Bad Kreuznach nutzt Michelin Solarstrom.

Industrie

Michelin verringert ökologischen Fußabdruck der deutschen Werke

Michelin richtet seine drei größten Reifenwerke in Deutschland auf eine zunehmend nachhaltige Wirkweise aus. Reifen und deren Produktion sollen bis 2050 vollkommen CO2-neutral werden. Sämtliche Produkte sollen bis dahin aus erneuerbaren, recycelten oder anderweitig nachhaltigen Materialien hergestellt werden. 

Seit 2010 konnten laut Angaben des Reifenriesen aus Clermont-Ferrand an den drei größten deutschen Standorten zwischen 11.000 und 27.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Das entspricht einem Rückgang um durchschnittlich rund 40 Prozent. Wesentlicher Faktor sei das zertifizierte Energiemanagement-System gemäß der Norm ISO 50001, das Michelin an all seinen deutschen Standorten implementiert hat. Bereits 2005 hat die Michelin-Gruppe damit begonnen, die Umweltbelastung ihrer Standorte zu überwachen. Die Bilanz seit dem Start: Allein am Produktionsstandort Bad Kreuznach konnte laut den Verantwortlichen so der ökologische Fußabdruck in den vergangenen 16 Jahren um 62 Prozent reduziert werden.

„Nachhaltigkeit ist kein Selbstzweck, sondern auch für ein Unternehmen überlebenswichtig“, sagt Anish K. Taneja, CEO der Michelin Region Nordeuropa. „Deshalb ist Nachhaltigkeit bei Michelin kein Projekt unter vielen, sondern eine strategische Größe, nach der sich die gesamte Wertschöpfung richten muss. Unser Ziel ist es, künftigen Generationen eine sichere und vor allem klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen. Eine essenzielle Rolle spielen dabei unsere Produktionsstandorte. In Deutschland konnten wir auch dank engagierter Mitarbeiter schon große Erfolge erzielen und so unserem Ziel einer umfassend nachhaltigen Produktion einen entscheidenden Schritt näherkommen.“ Bereits heute gewinne die Gruppe fast ein Drittel der für die Reifenproduktion eingesetzten Materialien aus natürlichen, wiederverwerteten oder anderen nachhaltigen Rohstoffen. Bis 2030 soll diese Kennzahl auf 40 Prozent steigen.

Der Konzern präsentiert weitere Zahlen, die den Drang zu mehr Nachhaltigkeit illustrieren sollen: Die drei Standorte in Bad Kreuznach, Homburg und Karlsruhe erzeugen Solarstrom auf einer Gesamtfläche von rund 12,5 Hektar. Mit dem so produzierten Strom lassen sich laut Unternehmensangaben rein rechnerisch etwa 3.840 Haushalte versorgen. Insgesamt erzeugen die Photovoltaik-Anlagen eine elektrische Leistung von insgesamt 16,4 Megawatt-Peak. Auch bei der Reduzierung des Wasserverbrauchs sieht Michelin die deutschen Produktionsstandorte auf einem guten Weg: Im Werk Karlsruhe sorge etwa die erste Produktionsanlage mit geschlossenem Kühlkreislauf für eine Einsparung von rund 100.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Insgesamt haben die drei größten deutschen Michelin Standorte ihren Wasserverbrauch nach Aussage des Managements im Vergleich zum Jahr 2010 um bis zu etwa einem Drittel verringert.

Auch in Sachen Abfallverwertung sind die Dinge in Bewegung. In den Werken Homburg und Karlsruhe spricht die Führung von einer 100-prozentigen Wiederverwertung von Abfallreifen. Mit dem geplanten CleanTech + Innovation Park Hallstadt bei Bamberg sieht Michelin außerdem den Beweis erbracht, dass auch eine Werksschließung nachhaltig sein kann. Der ehemalige Produktionsstandort soll zu einer Keimzelle grüner Zukunftstechnologien werden, in der Unternehmen, Forschung und Start-ups Hand in Hand auf eine sicherere und grünere Mobilität hinarbeiten können. Anish K. Taneja hierzu: „Michelin ist davon überzeugt, dass nachhaltige Innovationen und der Wandel der Mobilität neue Formen der Zusammenarbeit erfordern.“ Lesen Sie ein Spezial zum Thema Nachhaltigkeit/Reifenrecycling in der September-Ausgabe.

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Foto: Michelin Karlsruhe ist einer der drei größten Produktionsstandorte von Michelin in Deutschland.
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Foto: Lehmkuhl

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