Abgefahrene Pelle – sowas freut den Reifenhandel. 
Foto: Kay Lehmkuhl
Abgefahrene Pelle – sowas freut den Reifenhandel. 

Motorradreifenmarkt

Lieferproblematik bleibt dominantes Thema

Auch die Motorradsaison 2023 wird hinsichtlich des Themas Bereifung von einer gewissen Lieferproblematik bestimmt sein. In einigen Nischensegmenten droht gar eine völlige Unverfügbarkeit. Klar ist natürlich trotzdem: Kein Bike muss unbereift bleiben.

Die Reifenindustrie und der Handel kündigen im Vorfeld der neuen Zweiradsaison ein weiteres Jahr der Konsolidierung an. Die letzten zwei Jahre waren geprägt von Lieferschwierigkeiten und erheblichen Preissteigerungen. Die allgemeine Lust am Motorradfahren und die Erkenntnis, in einem relativ krisenstabilen Marktsegment zu agieren, förderte aber durchaus auch das Selbstbewusstsein der relevanten Player in Handel und Industrie. Die Motorradbranche hat sich behauptet – und die Zulassungszahlen aus 2022 deuten differenziert betrachtet auf ein weiterhin gutes Bereifungspotenzial hin.

Dem Reifenfachhandel empfiehlt sich wie in jedem Jahr eine frühe Bevorratung – über Lieferengpässe bei bestimmten Profilen und Dimensionen berichteten wir bereits im Motorrad-Spezial 2022. Vorausschauende Großhandelsakteure federten diese Defizite ab – das wird auch in der bevorstehenden Saison so sein, dennoch kann es in bestimmten Zweirad-Segmenten zu erheblichen Verzögerungen oder gar der Nichtverfügbarkeit von Profilen kommen. Besonders der Shopper-Bereich ist betroffen. ZBR-Hohl-Geschäftsführer Dennis Adolph bestätigt die Lieferproblematik gegenüber unserer Redaktion. „Die Lage ist insgesamt noch angespannt. Wir sehen aber dennoch eine Besserung im Vergleich zum Haupt-Corona-Jahr. Im Radialbereich wird es deutlich besser“, so Adolph. Der überwiegende Teil dieser Produkte stamme aus europäischer Produktion. In Nischensegmenten könne es aber durchaus zur Unverfügbarkeit kommen – beispielsweise bei Weißwandreifen. Auch Reifen-Göggel-Junior-Chef Wolfgang Kirsch äußert sich im Vorfeld der Saison vorsichtig zur allgemeinen Liefersituation. Der Gammertinger Reifengroßhändler bemühe sich, Produkte aus den relevanten Segmenten so gut wie möglich verfügbar zu machen.

In den letzten zwei Jahren haben alle Reifenhersteller kräftig an der Preisschraube gedreht. Teilweise in einem Ausmaß, das dem Handel nicht mehr vermittelbar war. Vielfach war im Handel zu hören, dass einige Industrie-Akteure die Preisschraube überdreht hätten. Der Handel seinerseits konnte nicht jede Preiserhöhung an den Endverbraucher in vollem Maß weiterreichen. Motorradfahren ist hierzulande eben immer noch ein Hobby, das man sich leisten können muss. Aus der Branche ist beinahe überall zu hören, dass 2023 ein Jahr der Konsolidierung werde. Auf Herstellerseite bedeutet dies zum Beispiel, dass nur wenige neue Produkte in den Markt eingeführt werden. 2022 wurden zahlreiche Produktneuheiten im Premium-Segment gelauncht. Auf deren Vermarktung liegt aktuell der Fokus. Die Highlight-Produkte und Dimensionserweiterungen der Vorsaison – Bridgestone Adventure Trail AT41, ContiRoadAttack 4, Dunlop Roadsmart 4, Metzeler Karoo 4, Michelin Road 6 oder Pirelli Diablo Rosso 4 Corsa – sind auch 2023 erstklassige Bereifungsoptionen. Pirelli kündigt den neuen Supercorsa V4 in den Versionen SP und SC an. SP markiert den straßenorientierten Semi-Slick, der SC ist für die Rennstrecke und weiterhin in den drei bekannten Mischungen SC1, SC2 und SC3 erhältlich.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht im Motorrad-Spezial der Februar-Ausgabe.

Dennis Adolph vom Großhändler ZBR Hohl blickt zuversichtlich auf die Saison 2023. 
Foto: ZBR Hohl
Dennis Adolph vom Großhändler ZBR Hohl blickt zuversichtlich auf die Saison 2023. 
Die Verfügbarkeit wird in manchen Produktgruppen in der Saison 2022 nicht so gut sein wie in den Vorjahren. 

Reifenmarkt

Stabiler Markt, aber begrenzte Lieferfähigkeit

In der Motorradsaison 2022 muss der Reifenhandel mit einigen veränderten Parametern umgehen. Die Chancen für ein gutes Geschäft sind dennoch existent.

    • Reifenmarkt, Motorrad, Handel
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Motorrad

Wachstum in der Krise

Der Fahrzeugbestand im Motorrad-Segment ist in Corona-Zeiten angewachsen – der Reifenfachhandel kann davon im Ersatzmarktgeschäft profitieren.

    • Motorrad, Motorradreifen, Reifenmarkt, Handel, Industrie
Ein gut besuchter Messestand von Honda am Sonntag. 

Motorrad-Messe

Durchwachsene Intermot-Bilanz

Die Reifenmarke Heidenau präsentierte sich auf der Intermot 2022 als einzig relevanter Reifenhersteller der Biker-Community. Und auch bei den Motorradherstellern fällt die Präsenz-Bilanz dürftig aus. Die Koelnmesse kommuniziert dennoch einen „gelungenen Neustart nach vier Jahren“.

    • Motorrad, Messen, Industrie
Michelin rechnet weiterhin mit einem unsicheren Umfeld. Dennoch konnte das Unternehmen im ersten Quartal Wachstum verzeichnen.

Quartalszahlen

Michelin steigert Umsatz um 19 Prozent

Der Reifenkonzern Michelin konnte seinen Umsatz im ersten Quartal 2022 um 19 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro steigern. Durch den Ukraine-Krieg und die Covid-19-Situation in China seine nun jedoch betriebliche Störungen und Inflationsdruck entstanden, teilen die Franzosen mit.

    • Michelin, Reifenindustrie