Reifenhersteller bekommen zunehmend Probleme, an Stoffe für die Produktion zu kommen. 
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Reifenhersteller bekommen zunehmend Probleme, an Stoffe für die Produktion zu kommen. 

Automobilzulieferer

Kautschukindustrie: Zugespitzte Versorgungslage

Der Krieg in der Ukraine hat massive Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Laut dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschuk­industrie e.V. (wdk) kommt es zur Verknappung von Ruß, einem unverzichtbaren Stoff für die Produktion von Reifen, Schläuchen und Dichtungen.

„Ruß ist für unsere Produktion ein unverzichtbarer Stoff und kommt bisher zu über einem Drittel aus Russland. Russische Lieferungen fallen aus und die europäischen Kapazitäten reichen nicht aus, den Bedarf zu decken. Die europäischen Ruß-Produktionen werden darüber hinaus wesentlich mit russischem Gas gespeist, so dass sich eine doppelte Gefährdungslage ergibt“, erläutert wdk-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt. Der Einkauf von Ruß und anderen wegfallenden Roh- und Hilfsstoffen außerhalb Europas scheitere an der Kurzfristigkeit, vor allem aber an parallel wegfallenden Transportkapazitäten und zusätzlich massiv steigenden Frachtraten. Hinzu kämen die explodierenden Energiepreise.

Die rasanten Steigerungen der Produktionskosten können laut wdk am Markt nicht mehr weitergegeben werden. In Italien und Frankreich hätten erste Kautschukunternehmen ihre Produktion daher kurzerhand eingestellt. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland Unternehmen die Reißleine ziehen müssten, so Engelhardt. „Gerade die deutschen Automobilzulieferer sind massiv betroffen. Sie befinden sich noch im COVID-Krisenmodus, die 2021 bestellten Bauteile wurden von den Automobilkonzernen aufgrund von Stillständen nicht abgenommen. Dabei ist die Kapazitätsplanung völlig aus dem Ruder gelaufen. Und jetzt wiederholt und überlagert sich das Ganze durch die russische Kriegserklärung gegenüber der Ukraine“, so Engelhardt. Waren es zuvor Halbleiter (Chips), die die Automobilproduktionen zum Stillstand brachten, so seien es jetzt Kabel aus der Ukraine, die zum plötzlichen Stopp führten. Gerade die Unberechenbarkeit im Umgang mit den neuen Stillständen gefährde akut die Existenz der Automobilzulieferer. (kle)

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Industrie

wdk warnt vor Liquiditätsengpässen bei Zulieferern

Die große Insolvenzwelle war unter den Automobilzulieferern bislang nicht zu erkennen. Nun aber warnt der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschuk­industrie e.V. (wdk) vor zunehmend existenzbedrohenden Liquiditätsengpässen bei kleinen und mittelständischen Akteuren.

    • Automotive, Industrie
Im Reifenersatzgeschäft gab es 2021 zwar eine Erhöhung der Um- und Absätze gegenüber 2020, das Volumen der Vorjahre bis 2019 wurde aber deutlich verfehlt.

Industrie

Eine Milliarde Euro weniger Branchenumsatz als vor der Pandemie

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. bilanziert ein „ungewöhnliches Jahr“ 2021. Der Lockdown großer Teile der Industrie sei einfacher zu realisieren gewesen, als der schnelle Wiederanlauf. Das größte Problem für die Kautschukindustrie waren Engpässe und Hindernisse bei der Materialbeschaffung.

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Industrie

Kautschukindustrie: Versorgungslage bleibt angespannt

Nach Angaben des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) konnten deutsche Akteure im 1. Halbjahr 2021 den seit Mitte vergangenen Jahres eingeleiteten Erholungsprozess fortsetzen. Das hohe Preisniveau aufgrund von Rohstoffen und Logistikdienstleistungen drücke allerdings auf die Nachfrage, die Versorgungssituation bleibe angespannt.

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Eine uneinheitliche und volatile Entwicklung stand im Zentrum der diesjährigen wdk-Herbsttagung.

Industrie

„Zeitenwende“ in Kautschukindustrie

Im Zentrum der diesjährigen wdk-Herbsttagung standen steigende Rohstoff- und Energiepreise, Liquiditätsprobleme in der Automobilzulieferung und die zunehmende Regulierung.

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