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Foto: Christian Delbert - Fotolia
Auch das Geschäft mit Reifen ist in Pandemie-Zeiten beeinträchtigt.

Markt

Kautschukindustrie verzeichnet Umsatzrückgang von 14,5 Prozent

Die Pandemie beeinträchtigt massiv das Wirtschaftsgeschehen – auch in der deutschen Kautschukindustrie. Laut dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. wurde die Branche insbesondere wegen ihrer starken Kopplung an die Automobilindustrie stark in Mitleidenschaft gezogen.

In fast allen übrigen wichtigen Abnehmerbereichen ging die Geschäftstätigkeit laut wdk im Vergleich zum Vorjahr zwar ebenfalls spürbar, aber insgesamt etwas moderater zurück. Der Branchenumsatz insgesamt umfasste 2020 ein Volumen von 9,37 Milliarden Euro – ein Rückgang von 14,5 Prozent. Damit sieht der wdk seine Prognose vom April 2020 bestätigt.

Parallel zu den Umsätzen gaben 2020 nach Angaben des Branchenverbandes auch Beschäftigung und Produktion in der Branche nach. Die Produktion verringerte sich um nahezu ein Fünftel. „Die Unternehmen mussten auf die Nachfrageschwäche reagieren und trotz der staatlichen Hilfen ihre Kapazitäten anpassen“, erklärt Michael Berthel, Chef-Volkswirt des wdk. Bei den Beschäftigten reduzierte sich die Anzahl in der Branche um 4,5 Prozent auf etwa 70.000 Mitarbeiter. Berthel geht nicht davon aus, dass die Rückgänge in der inländischen Produktion und bei den Beschäftigten nach Corona wieder kompensiert werden. Dagegen sprächen jüngste Gesetze wie das Brennstoffemissionshandelsgesetz oder geplante Vorhaben wie das Verbandssanktionengesetz, die den Industriestandort Deutschland zunehmend unattraktiver machten.

Der wdk führt weiter auf: „2020 waren die beiden großen Produktbereiche Reifen und TEE (Technische Elastomer-Erzeugnisse bzw. GRG – General Rubber Goods) von der Konjunkturschwäche betroffen wie auch das Inlands- und das Exportgeschäft. Der Produktionsrückgang der Fahrzeugfertigung in Deutschland um nahezu ein Viertel belastete die Umsätze mit Reifen in die Fahrzeug-Erstausrüstung ebenso wie die vielen GRG-Anwendungen für Mobilität (unter anderem Antivibration-Komponenten, Dichtungen oder Fluid-Systeme). Die Abnehmerbereiche Aviation und Bahn im Bereich der Mobilität lagen 2020 in noch höherem Ausmaß brach. Kaum Impulse kamen zudem vom Maschinenbau und der Elektroindustrie. Leichte Zuwächse brachten die Geschäfte im Bausektor, während es bei der Herstellung von medizinischen und hygienischen Produkten wie etwa Atemschutzmasken exorbitante Steigerungen gab.“

Für 2021 rechnet der wdk mit einem Aufholprozess spätestens ab dem 3. Quartal und einem Basiseffekt insbesondere gegenüber dem 2. Quartal 2020. Das im Jahr 2021 mögliche zweistellige Umsatzwachstum kaschiert jedoch, dass seit 2018 im Trend kein Wachstum im Inland mehr für die deutsche Kautschukindustrie generiert werden kann. Hinzu komme, dass aktuell turbulente Rohstoffmärkte und brüchige logistische Lieferketten den Erholungsprozess bedrohen. Auf den Rohstoff- und Logistikmärkten ziehen die Preise rasant an. Aus dem Angebotsmarkt des vergangenen Jahres sei ein Nachfragemarkt geworden – mit dem Ergebnis steigender Preise und enger Verfügbarkeiten. Für manche Materialien sind über die bisherigen Bestellungen hinausgehende Mengen nicht oder nur mit langen Lieferfristen von bis zu sechs Monaten zu erhalten.

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Foto: Kay Lehmkuhl

Industrie

Kautschukindustrie: Versorgungslage bleibt angespannt

Nach Angaben des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) konnten deutsche Akteure im 1. Halbjahr 2021 den seit Mitte vergangenen Jahres eingeleiteten Erholungsprozess fortsetzen. Das hohe Preisniveau aufgrund von Rohstoffen und Logistikdienstleistungen drücke allerdings auf die Nachfrage, die Versorgungssituation bleibe angespannt.

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Foto: Michelin

Markt

Enge Versorgungslage bei Industrierohstoffen

Die deutschen Kautschukverarbeiter sehen sich laut dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschuk­industrie e.V. (wdk) zunehmend im Griff turbulenter Rohstoffmärkte. Die Versorgungslage bei wichtigen Industrierohstoffen sei zum Reißen angespannt, einzelne Produktionsausfälle schon eingetreten und eine Besserung nicht in Sicht.

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Foto: Alterfalter - Fotolia

Industrie

wdk warnt vor Liquiditätsengpässen bei Zulieferern

Die große Insolvenzwelle war unter den Automobilzulieferern bislang nicht zu erkennen. Nun aber warnt der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschuk­industrie e.V. (wdk) vor zunehmend existenzbedrohenden Liquiditätsengpässen bei kleinen und mittelständischen Akteuren.

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Foto: wdk

Industrie

Kautschukindustrie für „Zeitenwende“ gerüstet

Als virtuelle Veranstaltung fand der diesjährige Tag der Kautschukindustrie statt. Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutierten über eine „Zeitenwende“ – die Branche befindet sich im Wandel, ist laut wdk-Präsident Anish K. Taneja aber gut gerüstet.