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Foto: Kay Lehmkuhl
Preissteigerungen bei Rohstoffe und explodierende Logistikkosten lasteten massiv auf den Erträgen der Reifenhersteller.

Industrie

Kautschukindustrie: Versorgungslage bleibt angespannt

Nach Angaben des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) konnten deutsche Akteure im 1. Halbjahr 2021 den seit Mitte vergangenen Jahres eingeleiteten Erholungsprozess fortsetzen. Das hohe Preisniveau aufgrund von Rohstoffen und Logistikdienstleistungen drücke allerdings auf die Nachfrage, die Versorgungssituation bleibe angespannt.

In einzelnen Segmenten der Branche (non-automotive Industrie, Bau, Verbraucherprodukte) reichen die Umsätze laut wdk bereits wieder an die Umfänge des Jahres 2019 heran. Sorgen bereite aber die Entwicklung des wichtigsten Abnehmers industrieller Kautschukprodukte: die Automobilhersteller komme mit ihrer Fahrzeugproduktion sowohl national als auch international nicht in Fahrt. Der Branchenumsatz liegt nach wdk-Information mit einem Umfang von 5,2 Milliarden Euro nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 zwar um 16,8 Prozent über dem Volumen des Vorjahres, gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2019 aber weiterhin um knapp 6 Prozent zurück.

„Beim Fahrzeugbau führte und führt der Mangel an Vorprodukten – insbesondere Halbleitern – zu deutlichen Produktionseinschränkungen“, erklärt Michael Berthel, Chefvolkswirt beim Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie. Die Unternehmen konnten die Engpässe in der Breite industrieller Vorprodukte laut Berthel bislang zwar mit hohem Aufwand „managen“, die exorbitanten Preissteigerungen der wichtigsten Rohstoffe und die „förmlich explodierten“ Logistikkosten lasteten aber massiv auf den Erträgen.

wdk-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt betont die Notwendigkeit kooperativen und solidarischen Verhaltens in der automobilen Wertschöpfungskette. „Seit 2018 leiten unsere Unternehmen den Strukturwandel in der Automobilindustrie mit hohen Investitionen ein. Die Corona-Pandemie hat diesen Prozess nicht gestoppt und die Verluste des vergangenen Jahres haben die ohnehin schmale Substanz der Zulieferer aufgezehrt. Jetzt braucht es partnerschaftliches Verhalten in der Wertschöpfungskette. Die Zulieferer haben nichts mehr zuzusetzen.“ Auch die nächste Bundesregierung sieht Engelhardt in der Pflicht, die industrielle Produktion in Deutschland im Bereich von Schlüsseltechnologien – wie die Kautschukverarbeitung – zu stützen. Dazu bedürfe es politischer Planungssicherheit, maßvoller Regulierung und international fairer Wettbewerbsbedingungen.

Der wdk stellt fest: Das Geschäftsklima der deutschen Kautschukindustrie habe sich zuletzt abgeschwächt. Die Erwartungen der Unternehmen der Branche hätten sich deutlich eingetrübt. Für das zweite Halbjahr 2021 sei aus mehrfacher Hinsicht ein moderater Geschäftsverlauf zu erwarten. Der Basiseffekt gegenüber 2020 fällt laut den wdk-Verantwortlichen weitgehend weg, das hohe Preisniveau aufgrund von Rohstoffen und Logistikdienstleistungen drückt auf die Nachfrage und die Versorgungssituation bleibt angespannt. Für das gesamte Jahr 2021 erwartet der wdk einen Umsatzzuwachs gegenüber 2020 von 9 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro.

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Foto: Michelin

Markt

Enge Versorgungslage bei Industrierohstoffen

Die deutschen Kautschukverarbeiter sehen sich laut dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschuk­industrie e.V. (wdk) zunehmend im Griff turbulenter Rohstoffmärkte. Die Versorgungslage bei wichtigen Industrierohstoffen sei zum Reißen angespannt, einzelne Produktionsausfälle schon eingetreten und eine Besserung nicht in Sicht.

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Foto: Christian Delbert - Fotolia

Markt

Kautschukindustrie verzeichnet Umsatzrückgang von 14,5 Prozent

Die Pandemie beeinträchtigt massiv das Wirtschaftsgeschehen – auch in der deutschen Kautschukindustrie. Laut dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. wurde die Branche insbesondere wegen ihrer starken Kopplung an die Automobilindustrie stark in Mitleidenschaft gezogen.

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Foto: Lehmkuhl

wdk

„Wir stehen an einer Zeitenwende“

Im Interview mit AutoRäderReifen-Gummibereifung spricht der neue Präsident des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk), Anish K. Taneja, über strengere Klimaziele und die Vielzahl an Herausforderungen für Akteure der deutschen Kautschukindustrie zur Bewältigung der Industrietransformation.

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Foto: Lehmkuhl

Recycling

wdk übernimmt Schirmherrschaft von AZuR

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) mit Stephan Rau als technischer Geschäftsführer ist neuer Schirmherr des Innovationsforums Altreifen-Recycling AZuR (Allianz Zukunft Reifen).