Philipp Ostbomk ist Vice President Sales B2B Europe North bei Michelin.
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Philipp Ostbomk ist Vice President Sales B2B Europe North bei Michelin.

Flottengeschäft

„Für Michelin war schon immer klar, dass das alleinige Geschäft mit Reifen nicht ausreicht“

Philipp Ostbomk, Vice President Sales B2B Europe North bei Michelin, sprach mit der Redaktion über aktuelle Lieferschwierigkeiten und das Thema Elektromobilität im Commercial-Segment.

Auch Michelin ist als Branchengröße von Lieferengpässen betroffen. Dennoch habe man als Hersteller von Lkw-Reifen Verfügbarkeiten sichergestellt, da man weitgehend in Europa für die europäischen Märkte produziere. Philipp Ostbomk erläutert im Gespräch, wie das Unternehmen künftig die Lieferketten-Problematik abfedern will.

Lieferfähigkeit erweist sich auch im Commercial-Segment angesichts stark beeinträchtigter Lieferketten und Knappheit in der Materialbeschaffung als Kernkriterium einer soliden Marktposition. Wie steht es um die Lieferfähigkeit im Lkw- & Bus-Portfolio bei den Michelin-Konzernmarken?

Philipp Ostbomk: Wir haben versucht auf die Lieferkettenengpässe immer schnell und bedarfsgerecht zu reagieren beziehungsweise diese auch im Markt zu antizipieren.  Durch unser breites Netzwerk an Zulieferern was die Materialbeschaffung angeht und generell durch die Tatsache, dass wir als weltweiter Konzern mit diversen Werken und Logistikzenten wie auch Handelspartnern im Markt gefestigt sind, versuchen wir Anpassungen so agil wie möglich vorzunehmen. Natürlich ist es so, dass Rohstoffengpässe und steigende Energiepreise die Produktion und damit auch das Produkt nicht verschonen, sodass wir entsprechende Preisanpassungen in der Region Europa Nord vornehmen mussten.

Wie will Michelin künftig diese Problematik abfedern?

Philipp Ostbomk: Wir haben in der Region Europa Nord eine breite Nutzfahrzeuge-Expertise mit unseren Werken in Homburg, Karlsruhe und im britischen Stoke-on-Trent. Viele Hersteller schätzen eine Produktion in Europa, das können wir bieten.

Krisenszenarien haben wir in den letzten drei Jahren durchaus trainiert, dennoch gibt es immer wieder neue, vor allem auch äußere Umstände, die uns vor neue Herausforderungen stellen. Durch enge Abstimmung zwischen Supply, Vertrieb und Produktion können wir vorausschauend planen. Ein fester Anker, um die Lieferfähigkeit auf einem soliden Niveau zu halten, sind starke Handels- und Geschäftspartner. Diese stärken wir kontinuierlich in der Region Europa Nord wie auch international.

Das Thema Elektromobilität wird auch im Commercial-Segment an Bedeutung zulegen. Welche Lösungen bietet Michelin an? Welche Neuheiten sind in den nächsten Jahren auch serviceseitig zu erwarten, mit denen Sie Marktanteile sichern wollen?

Philipp Ostbomk: Viele unserer Pkw-Reifen sind speziell für Elektrofahrzeuge ausgelegt, wie beispielsweise der Michelin e.Primacy oder Michelin Pilot Sport EV. Aber auch im Commercial Segment nehmen wir den steigenden Bedarf bei Thema E sehr deutlich wahr. Denn viele andere Reifen von uns sind „EV ready“, auch wenn sie nicht speziell für E-Fahrzeuge entwickelt wurden. Sie überzeugen mit optimalen Eigenschaften bei Energieeffizienz, Langlebigkeit, Tragfähigkeit und Geräuschentwicklung. Ein Beispiel ist unsere X Multi Energy-Reihe für elektrisch angetriebene Lkw. Darüber hinaus zeigt das Thema E-Bus, welcher aufgrund der Veränderungen im urbanen Lärmschutz immer häufiger zum Einsatz kommt, wie wichtig es ist einen speziellen E-Bus-Reifen wie den Michelin XIncity EV Z im Portfolio zu haben.

Wenn es um das Thema Flottenmanagement geht, wird es zukünftig darum gehen die maximale Reichweitenstärke eines Fuhrparks herauszuholen, dies schaffen wir über vernetzte Lösungen in unseren Reifen. Für Michelin war schon immer klar, dass das alleinige Geschäft mit Reifen nicht ausreicht, um sich starke Marktanteile im zweistelligen Bereich dauerhaft zu sichern. Hier benötigt es ein digitales und zukunftweisendes Zusatzgeschäft, welches wir mit dem Bereich „Services & Solutions“ konsequent erschließen.

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