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Das japanische Chemieunternehmen stellt ab 2022 Synthesekautschuk aus Biomasse und Kunststoffabfällen her. 
Foto: Asahi Kasei
Das japanische Chemieunternehmen Asahi Kasei stellt ab 2022 Synthesekautschuk aus Biomasse und Kunststoffabfällen her. 

Industrie

Asahi Kasei will nachhaltigen Synthesekautschuk herstellen 

Der japanische Chemiekonzern Asahi Kasei will nun Synthesekautschuk aus Butadien herstellen, das aus Kunststoffabfällen und Biomasse gewonnen wird. Die Produktion und Vermarktung soll Anfang 2022 beginnen.

Konkret stellt Asahi Kasei dann lösungspolymerisierten Styrol-Butadien-Kautschuk (S-SBR) her. Ein Material, das hauptsächlich für die Reifenproduktion verwendet wird. Am vergangenen Dienstag hatte das Unternehmen mit Shell die Lieferung von Kunststoffabfällen und Biomasse vereinbart. Die Unterzeichnung hatte im Rahmen der Veranstaltung „Creating the Plastic Circular Economy in Singapore: Journey from Vision to Reality“ stattgefunden. 

Shell wird in Bukom, Singapur, nachhaltiges Butadien nach dem Massenbilanzverfahren auf zwei Arten herstellen. Das Massenbilanzverfahren ist eine weltweit angewendete Methode, um bei einem Mix aus nachhaltigen und aus Erdöl gewonnenen Rohstoffen den Anteil nachhaltiger Rohstoffe für einzelne Produkte zu berechnen. Bei dem ersten Verfahren wird aus Kunststoffabfällen in einem chemischen Prozess recyceltes Rohmaterial beziehungsweise Pyrolyseöl gewonnen und dem Naphtha-Cracker zugeführt; somit können wiederum Chemikalien hergestellt werden. Die zweite Methode verwendet Biomasse als Rohstoff für den Naphtha-Cracker.

Nach eigenen Angaben ist Asahi Kasei damit weltweit das erste Unternehmen, das aus Kunststoffabfällen hergestelltes Butadien einsetzt sowie die erste japanische Chemiefirma, die Butadien aus Biomasse für die S-SBR-Produktion verwendet.

Das Unternehmen will so nach und nach die CO₂-Emissionen in der gesamten Lieferkette reduzieren. Diese seien bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in der Nutzungsphase am höchsten, bei Elektrofahrzeugen sehr viel geringer, die Emissionen in der Rohstoff-Lieferkette bei S-SBR dafür wiederum relativ höher, argumentiert Asahi Kasei. „Die Verwendung von nachhaltigem S-SBR ermöglicht daher eine deutliche Reduzierung der CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Reifen.“ Darin sehe das Chemieunternehmen seinen Beitrag zur Reduzierung der Emissionen in der gesamten Lieferkette.

Asahi Kasei ist ein in über 100 Ländern tätiges Unternehmen mit mehr als 44.000 Beschäftigten. Tätig ist es in drei Bereichen: „Material“ mit der Verarbeitung von Textilien über Petrochemikalien, „Homes“ für die Herstellung von Baustoffen sowie Häuserbau und „Health Care“ mit Pharmazeutika, Medizintechnik und Systeme für Akut- und Intensivmedizin. (jwe)

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