Skandinavische Breitengrade eignen sich bestens für Winterreifen-Tests.
Foto: Daniel Willrich
Skandinavische Breitengrade eignen sich bestens für Winterreifen-Tests.

ADAC-Winterreifentest 2022

Doppelsieg für den Conti WinterContact TS870

Für die diesjährige Wintersaison haben der ADAC und seine Partner Produkte der Dimensionen 185/65 R15 88 T und 215/60 R16 95/99 H unter die Lupe genommen. Während ein Herstellertrio in beiden Größen in die Spitzengruppe fährt, fallen zwei Profile mit der Beurteilung „mangelhaft“ ab.

Ein Feld von insgesamt 33 Kandidaten aus unterschiedlichen Segmenten hat der Automobilclub für die 2022er-Ausgabe seines Tests herangezogen. Wie immer gibt es einige Hersteller, die mit dem gleichen Modell in beiden Testgrößen geprüft werden – und dabei wie der Continental WinterContact TS 870 oder der Michelin Alpin 6 zweifach überzeugen –, während andere wie die Marken Goodyear und Dunlop mit unterschiedlichen Vertretern an den Start gehen und sich dadurch vermeintliche Qualitätsunterschiede innerhalb des Markenportfolios zeigen.

Ähnlich wie im Vorjahr sind die getesteten Winterreifen mehrheitlich im „befriedigenden“ Bereich anzusiedeln, wobei insbesondere die Produkte der Premiumhersteller auch bis in den „guten“ Bereich fahren. „Sehr gut“ ist nach Meinung des ADAC und seiner Partner erneut kein Profil. Doch der Reihe nach.

In der kleineren Testdimension 185/65 R15 88 T teilen sich gleich drei Produkte mit der Gesamtnote 2,2 den ersten Platz. In alphabetischer Reihenfolge sind dies der Continental WinterContact TS 870 („gute Leistungen auf trockener, nasser und schneebedeckter Fahrbahn, geringer Spritverbrauch“), der Goodyear UltraGrip 9+ („Bestnote auf Nässe, gut auf trockener Fahrbahn“) sowie der Semperit Speed-Grip 5 („besonders gut auf Schnee, geringster Spritverbrauch“).

Auf Rang vier reiht sich der Michelin Alpin 6 („gut auf trockener, nasser und schneebedeckter Fahrbahn, Bestnote beim Verschleiß“) ein, der damit ebenso wie der Goodyear-Pneu sein Vorjahresergebnis wiederholt. Der siegreiche WinterContact TS 870 ist als Nachfolger des 2021 sechstplatzierten WinterContact TS 860 erstmals dabei und fährt in überzeugender Manier direkt an die Spitze.

Viele Kandidaten mit „Inselbegabung“

In der Gruppe der „befriedigenden“ Kandidaten liegen der BF Goodrich g-Force Winter 2 („besonders gut auf Schnee“) und der Vredestein Wintrac („gut auf trockener und nasser Fahrbahn“) mit der Note 2,7 vorne. Der „relativ hohe Spritverbrauch“ beider Reifen verhindert eine bessere Einstufung. Dahinter folgen ebenfalls gleichauf der Bridgestone Blizzak LM005 („Bestnote auf Nässe, besonders gut auf trockener Fahrbahn“) und der Maxxis Premitra Snow WP6 („Bestnote auf trockener Fahrbahn“). Bei diesem Duo sind es die „relativ schwachen“ Leistungen auf vereister Piste sowie Defizite beim Verschleiß, die das Urteil trüben. Letztere sind der Grund für eine Abwertung und die Gesamtnote 3,0.

Es folgen nacheinander der Firestone Winterhawk 4 („Bestnote beim Spritverbrauch“ und der Nexen Winguard’Snow G3 (Bestnote beim Außengeräusch“), ehe der Avon WT7 Snow („noch gut auf Nässe und Eis“) den Bewertungskorridor „befriedigend“ beschließt. Alle drei Gummis sind offenbar „relativ schwach“ auf trockener Strecke, wobei den Vertretern von Nexen und Avon ferner Schwächen beim Verschleiß attestiert werden.

Der Vorjahressieger der 15-Zoll-Testreihe, der Dunlop Winter Response 2, erreicht mit der Gesamtnote 3,6 diesmal nur den zwölften Rang. Zwar stehen die „Bestnote auf Schnee, „besonders gut auf Nässe“ und ein „geringer Spritverbrauch“ im Zeugnis des Profils, doch erweist sich der Reifen offenbar auch als „schwach auf trockener Fahrbahn“ – eine Abwertung ist die Folge. „Ausreichend“ sind auch der Fulda Kristall Montero 3 („Bestnote beim Verschleiß“; „schwach auf trockener und nasser Fahrbahn“) und der Barum Polaris 5 („gut auf Schnee“; „schwach auf trockener Fahrbahn“), die sich dahinter einreihen.

Für das Urteil „ausreichend“ taugen die Leistungen der beiden folgenden Profile nach Meinung der Test-Crew jedoch nicht mehr. Beim Imperial Snowdragon HP ist es die „sehr schwache“ Performance auf Nässe, die den Reifen trotz der „Bestnote beim Verschleiß“ disqualifiziert. Gleiches gilt für den Wanli SW611, bei dem die „mangelhafte“ Nass-Performance die „Bestnote auf Eis“ im negativen Sinne überwiegt.

Insbesondere auf Schnee und Eis müssen Winterreifen überzeugen.
Foto: Nokian
Insbesondere auf Schnee und Eis müssen Winterreifen überzeugen.

Dimension 215/60 R16

Auch in der zweiten geprüften Dimension gibt es mehr als einen Sieger (jeweils Gesamtnote 2,1): Während der Continental WinterContact TS 870 sogar minimal besser als im Feld der 15-Zoll-Kandidaten abschneidet, fährt Dunlop mit dem zweiten Modell Winter Sport 5 diesmal ganz vorne. Beide Reifen sind laut Testurteil „besonders gut auf Schnee und Eis“, wobei der Winter Sport 5 zudem mit einem „geringen Spritverbrauch“ punktet. Es folgt ein weiteres „gutes“ Duo bestehend aus dem Goodyear Ultragrip Performance+ (Bestnote auf Schnee“) und dem Michelin Alpin 6 („besonders gut auf trockener Fahrbahn und auf Eis“). Während der französische Pneu somit in beiden Testgrößen überzeugt, belegt Goodyear mit zwei unterschiedlichen Modellen seine Kompetenz im Winterreifen-Segment.

Deutlich größer fällt bei den 16-Zöllern die Riege der „befriedigenden“ Reifen aus. Gleich ein Dutzend Produkte landen in diesem Bewertungsbereich. Angeführt werden sie von den beiden Japanern Yokohama Blu*Earth V906 („gut auf trockener Fahrbahn“; „etwas schwächer auf Nässe und Schnee“) und dem knapp dahinter platzierten Bridgestone Blizzak LM005 („Bestnoten auf trockener und nasser Fahrbahn“; „leichte Schwächen auf Schnee“).

Es folgt der Kleber Krisalp HP3 („geringer Spritverbrauch“; „Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn“), vor einem Kandidaten-Trio, das sich die Gesamtnote 3,0 teilt. Dazu gehören der GT Radial Winterpro 2 („relativ gut auf Eis“; „Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn“), der Sava Eskimo HP 2 („Bestnote beim Verschleiß“; „Schwächen auf Nässe, relativ laut“) und der Vredestein Wintrac („Bestnote auf Eis“; „Schwächen auf trockener Fahrbahn, relativ hoher Verschleiß“).

Nachholbedarf in puncto Nässe-Performance

Bei den weiteren „befriedigenden“ Reifen sind es insbesondere die nicht vollends überzeugenden Leistungen auf nasser Piste, die bemängelt werden. Dies betrifft die beiden elftplatzierten Esa+Tecar Supergrip Pro („Bestnote beim Spritverbrauch“) und Toyo Tyres Observe S944 („gut auf trockener Fahrbhan und Eis“) ebenso wie die sich dahinter einreihenden Profile Nokian Tyres WR Snowproof („gut auf Schnee und Eis“), Uniroyal WinterExpert („Bestnoten auf Eis und beim Spritverbrauch“) und Matador MP93 Nordicca („gut auf Schnee und Eis“). Bei den Vertretern von Nokian Tyres, Uniroyal und Matador kommen außerdem mehr oder weniger große Schwächen auf trockener Strecke erschwerend hinzu. Mit der Gesamtnote 3,5 komplettiert der Falken Eurowinter HS01 das Feld der „befriedigenden“ Reifen. Im Gegensatz du meisten in dieser Bewertungskategorie einsortierten Reifen kann er auf nasser Piste durchaus punkten („gut auf Nässe, Schnee und Eis“), ist jedoch auch „schwach auf trockener Fahrbahn“.

Schlusslicht und als einziger Reifen in dieser Dimension nur „ausreichend“ ist der Cooper Tires WM-SA2 +. Er soll zwar „noch gut auf Eis“ sein, doch auch eine lange Mängelliste aufweisen: „Schwach auf trockener Fahrbahn und auf Schnee, relativ hoher Verschleiß“. Im Endergebnis steht somit nur eine 3,7.

Blickt man auf die Gesamtergebnisse sind die getesteten Reifen überwiegend „befriedigend“. Häufig werden dabei Spitzenleistungen in einzelnen Kategorien durch mitunter schwache Leistungen in anderen Bereichen zunichte gemacht. Ausgewogenheit ist hier also das Stichwort, wenn es darum geht, im ADAC-Test – und selbstredend auch in den Vergleichen anderer Prüforganisationen und Fachmagazine – zu den besten zu gehören. Und auch wenn sich kein Reifen die Zensur „sehr gut“ sichern kann, lobt der Automobilclub doch bei allen acht mit „gut“ bewerteten Reifen genau das: Der Continental WinterContact TS 870, der Goodyear UltraGrip 9+, der Semperit Speed-Grip, der Michelin Alpin 6, der Dunlop Winter Sport 5 und der Goodyear Ultragrip Performance+ sind laut Testurteil ausgewogen und sichern sich damit die Top-Rankings im Test.

Zählt in beiden Test-Dimensionen laut ADAC-Urteil zu den besten: der WinterContact T2 870 von Continental.
Foto: Daniel Willrich
Zählt in beiden Test-Dimensionen laut ADAC-Urteil zu den besten: der WinterContact T2 870 von Continental.

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