Erster "Micheliner" absolviert grenzüberschreitende Ausbildung

Freitag, 9 Februar, 2018 - 09:30
Großer Aufmarsch für Charles Brastenhofer.

Als erster Absolvent der grenzüberschreitenden Ausbildung bei Michelin hält Charles Brastenhofer seit dem 2. Februar sein doppeltes Diplom in Händen. Michael Metzen, Leiter Personalentwicklung Michelin Homburg, ehrte gemeinsam mit Roland Theis, Staatssekretär im Saarländischen Europaministerium, den 21-jährigen französischen Absolventen am 8. Februar im Reifenwerk Homburg.

„Wir freuen uns, dass wir dank der Vorzüge unserer Grenzregion bei Michelin die deutsch-französische Freundschaft ganz praktisch im Berufsalltag leben können. Mit der grenzüberschreitenden Ausbildung fördern wir nachhaltig die Entwicklung von Fachkräften auch über die nationalen Grenzen hinaus und treten so dem Fachkräftemangel entgegen – hiervon profitieren alle Seiten“, sagt Thomas Hoffmann, Personalleiter Michelin Homburg. Staatssekretär Roland Theis kommentiert: „Die grenzüberschreitende berufliche Bildung ist eine wichtige Säule der Frankreichstrategie des Saarlandes. Sie ermöglicht der saarländischen Wirtschaft, Facharbeitskräfte auszubilden und schafft Jobs für junge Menschen, die in beiden Ländern beruflich erfolgreich sein können. Mit der grenzüberschreitenden Ausbildung schaffen wir Chancen für alle Beteiligten. Das beweist, wie wertvoll Mehrsprachigkeit für unsere Wirtschaftsregion ist.“

Auf Grundlage des Abkommens vom 20. Juni 2014 über die grenzüberschreitende Berufsausbildung zwischen dem Saarland und Lothringen haben das Homburger Reifenwerk, die IHK, die Fachstelle für grenzüberschreitende Ausbildung (VAUS) und die Arbeitsagentur Saar im Jahr 2015 gemeinsam die grenzüberschreitende Ausbildung im Michelin Reifenwerk eingeführt. Jährlich bildet Michelin junge Menschen in den Berufen Elektronik, Industriemechanik, Maschinen- und Anlagenführung, Zerspanungs-mechanik und Industriekauffrau/-mann aus. Seit 2015 bietet Michelin zusätzlich die grenzüberschreitende Ausbildung an. „Ich bin froh, dass ich mich für den doppelten Abschluss entschieden habe. Es macht Spaß in Frankreich zur Schule zu gehen und gleichzeitig in Deutschland zu arbeiten. Außerdem verspreche ich mir von meinem Abschluss gute Chancen in der Zukunft“, sagt Charles Brastenhofer, der im Juni 2017 das französische Diplom BTS (brevet de technicien supérieur) und im Februar 2018 den deutschen Abschluss zum Elektroniker für Betriebstechnik erlangt hat.

Im August beginnen die Ausbildungen zum Elektrotechniker und Mechatroniker, bei der die jungen Franzosen gleichzeitig das französische Diplom BTS und die deutschen Abschlüsse Elektroniker für Betriebstechnik bzw. Mechatroniker erlangen können. Der Abschluss ist sowohl in Deutschland als auch in Frankreich anerkannt. Die grenzüberschreitende Berufsausbildung ist in 14-tägige Blöcke aufgeteilt, die abwechselnd stattfinden. Zwei Wochen werden die Jugendlichen bei Michelin in Homburg in der Praxis ausgebildet. Dabei stehen die Ausbildungsinhalte der deutschen Ausbildungsordnung im Vordergrund. Für den theoretischen Teil besuchen die französischen Jugendlichen in den beiden anderen Wochen die Berufsschule Centre de Formation des Apprentis de l'Industrie de Moselle (CFAI) in Yutz (Nahe Metz). Bis Ende Juni nimmt Michelin Bewerbungen für die grenzüberschreitende Ausbildung entgegen.

Quelle: 

kle

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Mannschaftsbild in der Montagehalle von „Reifen Stiebling“ am Stammsitz in Herne: Christoph Metzelder (li.) und Firmenchef Christian Stiebling (2 von re.) mit Omar Demir, Leandro Da Silva, Florian Trachternach und Mert Altay.  Foto: Reifen Stiebling

    „Reifen Stiebling“ und der TuS Haltern vertiefen ihre Partnerschaft: Vier Nachwuchsfußballer des Clubs sind seit September als Auszubildende in den Werkstätten oder im Büro des Herner Reifenfachhändlers beschäftigt.

  • Auszeichnung der neuen GDHS-Serviceberater. (V. l. n. r.: Thorsten Brückner (GDHS), Sebastian Lüdicke, Sascha Junkermann und Volkan Özel - drei der neuen GDHS-Serviceberater, Dennis Epping (GDHS), Christian Lehmann (GDHS-Trainingscenter). (Bildquelle: GDHS)

    Vor fünf Jahren haben die GD Handelssysteme ihr Weiterbildungsangebot um die Akademie "GDHS-Serviceberater" erweitert. Mit dem Weiterbildungskonzept, das sich an Kfz-Mechaniker/-Mechatroniker und Kfz-Meister genauso richtet, wie an Vulkaniseurmeister und Werkstattleiter der Partnerbetriebe von Premio Reifen + Autoservice sowie von der Handelsmarketing-Initiative, ist es laut den Verantwortlichen gelungen, die Bereiche Verkauf und Werkstatt besser miteinander zu verknüpfen.

  • Die TEAM-Gesellschafter bei ihrer Versammlung in Wien. (TOP SERVICE TEAM KG)

    Im Dezember 2018 trafen sich die Gesellschafter der TOP SERVICE TEAM KG in Wien, um die Kooperation mit der TOP REIFEN TEAM GmbH & Co. KG (TRT) aus der Alpenrepublik zu manifestieren. Zudem verabschiedete die TEAM in Wien mit Dr. Jürgen Wetterauer (63), Geschäftsführer der Servicequadrat, einen langjährigen Wegbegleiter, der sich als Privatier neuen Aufgaben zuwenden will.

  • Im Bild (v.l.): Staatssekretär Dependahl, Dr. Andreas Topp, Nikolai Setzer, Boris Mergell, Harry Glawe, Carla Recker, Carsten Venz, Michael Gallander, Katharina Herzog.

    Continental hat sein „Taraxagum Lab Anklam“ genanntes Forschungs- und Versuchslabor in Anklam eröffnet. Nach dem Spatenstich im November 2017 ist das Gebäude auf dem 30.000 m² großen Areal nun ein Jahr später bezugsfertig. Im "Taraxagum Lab Anklam" soll der Anbau und die Verarbeitung von Russischem Löwenzahn als alternative Rohstoffquelle zum Kautschukbaum in den Tropen erforscht werden. Der Reifenhersteller plant, bei positiven Versuchsergebnissen den Rohstoff binnen zehn Jahren in der Serienproduktion einzusetzen, um einen wachsenden Teil seines Naturkautschukbedarfs aus der Löwenzahnpflanze zu gewinnen.