ams-Test: Premiummarken bieten enges Kopf-an-Kopf-Rennen

Freitag, 18 März, 2016 - 09:30
Der Goodyear EfficientGrip SUV fährt den ams-Testsieg ein.

Die auto motor und sport, kurz ams, hat im aktuellen Sommerreifentest, erschienen in der Ausgabe März 7/16 neun Reifen der Größe 215/60 R 17 H für kompakte SUV getestet. Das Besondere an diesem Reifentest ist sicherlich, dass überwiegend Premium-Produkte getestet wurden. Zu den kompakten SUV werden unter anderem Fahrzeuge wie der Audi Q3, der BMW X3, der Mercedes GLA, der Opel Mokka, der VW Tiguan oder die Nissan-Familie mit Juke, Qashqai und X-Trail gezählt. Der Test wurde auf zwei Opel Mokka gefahren. Testsieger ist der Goodyear EfficientGrip SUV.

Bei den Fahrversuchen bei Trockenheit wurden die Reifen von 100 km/h bis zum Stillstand abgebremst. Der Handlingkurs mit einer Streckenlänge von 2.270 m wurde mit der größtmöglichen Durchschnittsgeschwindigkeit durchfahren. Getestet wurden auch der Rollwiderstand und das Abrollgeräusch. Die Fahrversuche bei Nässe gestalteten sich etwas anspruchsvoller. Nassbremsen aus 80 km/h und Messung des Bremswegs, die durchschnittliche Geschwindigkeit beim Nasshandling auf einer Streckenlänge von 1550 m oder die maximale Querbeschleunigung in der Kreisbahn, die eine Aussage über die Seitenführung des Reifens ermöglicht. Außerdem wurde die Aufschwimmgeschwindigkeit  in km/h ermittelt, die eine Aussage über das Längs-Aquaplaning ermöglicht. Schließlich wurde in einem 200 m-Kreis die Seitenführung vor dem Aufschwimmen nach dem VDA-Test getestet, um eine Aussage über das Quer-Aquaplaning zu erhalten. Alle Tests wurden mehrfach vorgenommen.

Den Testern der ams zu Folge trennte sich die Spreu vom Weizen bei den Fahrtests auf Nässe. Hier dominierten die Premiummarken allen voran der Continental PremiumContact 5, der mit 26,10 Metern Nassbremsweg die Bestmarke hielt. Dicht gefolgt von den Markenreifen von Goodyear, Falken, Pirelli und Nokian, die alle unter der 27 Meter-Marke blieben. Michelin, Bridgestone und Toyo erzielten beim nassbremsen Werte zwischen 27,3 Metern und 28,1 Metern. Unangenehm viel bei diesem Test wies der Linglong Greenmax 4x4 HP auf. Er benötigt aus 80 km/h genau 30 Meter und damit 3,9 Meter mehr als der Beste in dieser Testdisziplin.

Das „Kopf-an-Kopf-Rennen der Premium-Marken“ entschied schließlich der Goodyear Efficient Grip SUV mit einem Wert von 9,2 hauchdünnen für sich. „Besonders auf trockener Strecke sehr verlässliches Fahrverhalten mit großen Reserven, sehr kurze Bremswege auch auf Nässe, sehr ausgewogener Reifen.“  Den zweiten Platz sicherte sich der Continental PremiumContac 5 mit einem Wert von 9,1. Über ihn schrieben die Tester „geringe Untersteuertendenzen und gute Beherrschbarkeit auf Nässe. Sehr sichere Handling-Eigenschaften auf nasser Fahrbahn. Den dritten Platz erreichte mit einem Wert von 9,0 der Michelin Primacy 3. „Ein präziser und sicherer Reifen mit kurzen Bremswegen auf trockener Fahrbahn, ausgewogen auf Nässe, deutlich angekündigter, gutmütig-breiter Grenzbereich. Sehr leise, sehr niedriger Rollwiderstand.“ Gleichauf auf Platz 3 wurde der Pirelli Scorpion Verde gesetzt.  Das Testurteil: „sehe sicherer, stabiler und ausgewogener Reifen auf nassen und trockenen Pisten, keine nennenswerten Schwächen in den dynamischen Eigenschaften.“ Alle vier genannten Reifen wurden mit dem Testurteil „sehr empfehlenswert“ ausgezeichnet.

Das Testurteil „empfehlenswert“ erreichten der Nokian Line SUV und der Falken ZIEX ZE 914 Ecorunn, beide mit einem Wert von 8,3. In der nächsten Kategorie mit dem Testurteil „bedingt empfehlenswert“  und  beide mit dem Wert 7,6  kamen der Toyo Proxes CF 2 SUV und der Bridgestone Turanza T001auf die nächsten Plätze.

Als nicht empfehlenswert wurde der Linglon Greenmax 4x4 HP mit einem Wert von 6,0 auf den letzten Platz verwiesen. Dabei vielen den Testern besonders die Probleme bei den Fahrversuchen bei Nässe auf. Hier hat der Linlong in allen Testdisziplinen jeweils den letzten Platz erreicht.

Die Tester der ams wunderten sich über die EU-Labelwerte der Reifen und dabei viel vor allem der Rollwiderstandswert auf. Fast alle Reifen waren im Rollwiderstand „C“ gelabelt, lediglich der Goodyear hatte ein B und der Linglong ein E. Auf zwei unabhängigen Rollenprüfständen wurde nachgetestet, mit erstaunlichen Ergebnissen. „Woher kommen diese Unterschiede zu den Labelwerten?“ fragten sich die Tester. Wahrscheinlich spielen mögliche Serienstreuungen und unscharfe gesetzlichen Vorgaben eine große Rolle. Leider würden die EU-Labelwerte durch die jeweiligen Reifenhersteller vorgenommen. Kritisch merkten die Tester an, dass es keine wirksame staatliche Überwachung gebe, „was den Sinn des Reifenlabels, größtmögliche Transparenz für Verbraucher  zu schaffen, infrage stelle.“

Weitere Reifentestergebnisse finden Sie in unserer Reifentestdatenbank.

Aktuelle Sommerreifen Profile finden Sie in unserem Supplement 2016. Sie können es hier nachbestellen.

Quelle: 

oth

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