Prekäre Lage einer Mittelstandsbranche

Mittwoch, 12 Oktober, 2016 - 09:45
Markus Ulbig (2.v.r.), Staatsminister des Innern des Bundeslandes Sachsen, informierte sich über die Fertigung runderneuerter Lkw-Reifen und die Sorgen der mittelständisch strukturierten Runderneuerungsbranche in Deutschland.

Anfang Oktober besuchte Markus Ulbig (CDU), Staatsminister des Innern des Bundeslandes Sachsen, die Lkw-Reifenrund­erneuerungsanlage der Vulco Dresden GmbH am Standort Burkau. Er informierte sich über die Fertigung runderneuerter Lkw-Reifen und die aktuell wachsenden Sorgen und Nöte der Runderneuerungsbranche in Deutschland. Begleitet wurde er dabei von Peter Grüger, Geschäftsführer der Dresdner Reifenzentrale GmbH und ihrer Tochtergesellschaft Vulco, und dem BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler.

Markus Ulbig sucht regelmäßig den Kontakt zu Handwerks- und Produktionsbetrieben in seinem Wahlkreis in Dresden. Bei seinem jüngsten Besuch in Burkau machte sich der CDU-Politiker unter fachkundiger Führung von Vulco-Produktionsleiter Tino Heusinger ein Bild davon, wie auf Basis des Unterbaus (Karkasse) eines abgefahrenen Lkw-Reifens mittels der sogenannten Kalterneuerung ein runderneuerter Reifen entsteht. Ulbig erfuhr, dass auf die sorgfältig geprüfte und vorbearbeitete Karkasse ein neuer Laufstreifen aufgebracht wird, der dann durch mehrstündiges Erhitzen unter Vakuum bei 115 Grad mit dem wiederverwendeten Reifenunterbau verschmilzt. Vulco produziert jährlich etwa 7.500 runderneuerte Lkw-Reifen. „Im Vergleich zur Produktion eines Lkw-Neureifens spart die Runderneuerung etwa 57 Liter Erdöl pro Reifen ein und die CO2-Emission wird um 67 kg pro Reifen gesenkt. Der Umweltbeitrag der Vulco bestand somit allein im letzten Jahr aus 427.500 Litern Erdöl- und über 500 Tonnen CO2-Einsparung“, erläutert Peter Grüger.

Trotz hochwertiger Produkte „made in Germany“ und einem beachtenswerten Umwelt-Beitrag seines Unternehmens macht dem Vulco-Chef die sinkende Auftragslage Sorgen, zumal 2016 rund. 170.000 Euro in die Anlage investiert wurden, um die zehn Arbeitsplätze für die kommenden Jahre zu sichern. Und nicht nur ihm: „Die ganze, überwiegend mittelständisch strukturierte Lkw-Reifenrunderneuerungsbranche sieht sich mittlerweile in ihrer Existenz bedroht; nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa“, warnt BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. vertritt bundesweit die Interessen der Reifenhändler, -handwerker und Runderneuerer und fokussiert für Letztere seit Monaten vor allem auf Unterstützung im Kampf gegen die zwei Haupt-Ursachen der sinkenden Nachfrage in ihrem Produktsegment: die zunehmende Verdrängung runderneuerter Lkw-Reifen durch nicht-runderneuerungsfähige Billig-Importneureifen aus Asien, vornehmlich aus China, und den Wegfall des Löwenanteils der Förderungsmöglichkeiten für runderneuerte Lkw-Reifen im Rahmen des Bundes-Förderprogramms „De-minimis“ seit Beginn dieses Jahres.

Lesen Sie mehr zum Besuch von Markus Ulbig in der November-Ausgabe.

Quelle: 

kle

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Starco konzentriert sich nun auf das OE-Geschäft.

    Um den Ansprüchen aktueller und zukünftiger OE-Kunden gerecht zu werden, hat sich Starco eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr verstärkt auf das OE-Geschäft konzentriert und hohe Investitionen in die Stärkung des europäischen Produktionsaufbau getätigt. Die Investitionen, die sich insgesamt auf über 2,5 Millionen Euro belaufen, sollen auch 2017 zum Tragen kommen – dann mit Fokus auf die Stahlfelgenfabrik in Kroatien und die Produktionsanlage für Polypropylen-Felgen und Polyurethan-Reifen in Großbritannien.

  • Auf der Online-Plattform Automotive Campus www.automotive-campus.com finden Kfz-Werkstätten das komplette Trainingsangebot.

    Um mit den technischen Entwicklungen im Automobilbau Schritt halten zu können, sind regelmäßige Trainings und Weiterbildungen für die Kfz-Werkstätten wichtig. Nur mit dem nötigen Fachwissen sind die Werkstattmitarbeiter in der Lage, Diagnose, Service- und Wartungsarbeiten an modernen Fahrzeugen effektiv und kostengünstig durchzuführen. Die Bosch Service Trainings Center unterstützen die Werkstätten mit einem Angebot systembezogener technischer und kaufmännischer Weiterbildung.

  • Die Brock Alloy Wheels Deutschland GmbH hat ihren Sitz in Weilerswist.

    Die Räderhersteller in Deutschland befinden sich in einem hart umkämpften Markt und müssen sich einigen Herausforderungen stellen. Eine davon ist sicherlich, dass immer mehr Fahrzeughersteller Neuwagen mit einer breiten Räderpalette ab Werk anbieten. Dass man als Räderhersteller mit dem Fokus auf den Aftermarkt trotz schwierigem Umfeld erfolgreich am Markt agieren kann, beweist die Brock Alloy Wheels Deutschland GmbH aus Weilerswist.

  • (v.l.n.r.) Tobias Stöckmann, Dr. Claus Oberbeck, Stefan Fischer, Reimund Wolfmüller, Martin Wells, Fabio Pecci, Stefan Brohs, Brian McDermott und Matthias Hartwig.

    „Wir sind die Nummer eins in China, weltweit auf Platz fünf im Lkw- und Busreifenbereich und verfügen über vier R&D Center auf drei Kontinenten. Dieses Jahr errichten wir zudem eine weitere Produktionsstätte in Chester County, South Carolina“, begann Stefan Fischer, Manager Director Giti Tire Europe, die Giti Mediawoche, zu der Giti Tire nun jährlich ausgewählte Journalisten einladen möchte. Ziel dieses Events ist es, über Neuheiten aus dem Unternehmen und zukünftige Pläne in umfangreicher Form zu berichten.