Kalkulierte Provokation

Dienstag, 5 Dezember, 2017 - 08:45
Michelin-Chef Jean-Dominique Senard präferiert Ganzjahresreifen.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 19. November 2017 hat ein lesenswertes Interview mit dem Michelin-Chef Jean-Dominique Senard unter anderem zum Thema Winter- und Ganzjahresreifen veröffentlicht. In der marketinggetriebenen Präsentation des CrossClimate im Vorfeld des Genfer Automobil Salons in 2015 sprachen alle Michelin-Verantwortlichen von einem „Sommerreifen mit guten Wintereigenschaften“. Im Interview hat Senard den Begriff Ganzjahresreifen im Zusammenhang mit dem CrossClimate benutzt. Das ist fein für den Außendienst, denn er muss nun nicht mehr die „marketingtechnische Krücke“ verwenden.

Ein anderes Statement lässt aufhorchen. Angesprochen auf die Qualität von Wettbewerbsreifen antwortet der Michelin-Chef doch sehr vage, greift jedoch damit zahlreiche Reifenhersteller an: „Bei manchen anderen Herstellern, vor allem aus dem Billigreifensegment, gibt es hingegen Produkte mit programmiertem Lebensende“. Damit zielt er nicht nur auf Hersteller von Billigreifen, sondern auch auf andere Anbieter ab. Der Vorwurf, dass Reifen hergestellt werden, die nach kurzer Zeit kaputt gehen, steht im Raum und wirft nicht gerade ein gutes Licht auf einen global agierenden Wirtschaftszweig. Es stellt sich die Frage, warum er diese Schärfe in das Thema bringt. Sind es zu geringe Reifenumsätze in Deutschland, oder sind es fehlende Marktanteile im Ersatzgeschäft? Für einen weltweit agierenden Reifenhersteller ist diese Art der Stimmungsmache doch untypisch.

Im weiteren Verlauf bemerkt er, dass Autofahrer in Deutschland weder Sommer- noch Winterreifen benötigen würden. Es würde lediglich ein Ganzjahresreifen benötigt. Da stellt sich die Frage, warum Michelin bei diesen Erkenntnissen überhaupt noch Sommer- und Winterreifen produzieren lässt, wenn alles mit nur einem Reifen abgedeckt werden kann.

Die Aussage, dass Autofahrer mit dem Ganzjahresreifen alle Bedürfnisse abdecken können, eignet sich hervorragend als gute Promotion für den Reifenverkauf im Reifenfachhandel. Es könnte alles so einfach sein. Wir benötigen nur noch Ganzjahresreifen und decken damit jeden Bedarf ab. Für die Fahrzeugindustrie und die Logistiker ein sehr vorteilhaftes Szenario. Ich stelle mir gerade einen Porsche 911 vor, der mit einem Ganzjahresreifen unterwegs ist. Mit diesem Geschäftsmodell kann der Reifenfachhandel und alle, die Reifen im Ersatzgeschäft verkaufen, die Türen schließen. Gott sei Dank wird es nicht so weit kommen.

Die letzte Ausgabe dieses Jahres beinhaltet noch einmal zahlreiche interessante Themen. Die Landtechnikmesse Agritechnica ist gerade zu Ende gegangen und wir geben Ihnen einen ersten Stimmungsbericht zu diesem boomenden Segment. Zahlreiche Reifenhersteller und Großhandelsunternehmen zeigen mit Ihrer Beteiligung, dass das AS-Reifensegment Potenzial hat. Unser Schwerpunktthema „It spezial“ informiert Sie wieder über  neue Konzepte und Ideen sowie Software-Updates. Lesenswert ist hier sicherlich die Studie zu Ganzjahresreifen im Online-Geschäft. Ein Highlight dieser Ausgabe ist sicherlich die Berichterstattung zum Pirelli Kalender 2018.

Das Team von AutoRäderReifen-Gummibereifung wünscht einen friedlichen Jahresausklang.

Gute Geschäfte

Olaf Tewes/ Chefredakteur AutoRäderReifen-Gummibereifung

Quelle: 

oth

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Die Falken-Teams boten solide Vorstellungen.

    Falken bilanziert beim ADAC 24h-Rennen auf dem Nürburgring bei schwierigsten Witterungsbedingungen eine geschlossene Mannschaftsleistung. Das Rennen erwies sich laut den Verantwortlichen einmal mehr als Materialschlacht, in der sich beide FALKEN Rennwagen in den Top 15 platzierten. Den Sieg sicherte sich Manthey Racing mit den Piloten Richard Lietz, Patrick Pilet, Frederic Makowiecki und Nick Tandy.

  • The Tire Cologne bot der Marke die Möglichkeit sich der internationalen Öffentlichkeit zu zeigen.

    Die Reifenmarke CEAT hat auf der Fachmesse The Tire Cologne mit dem Farmax R65 ihr neuestes Produkt für die Landwirtschaft vorgestellt. Die Verantwortlichen versprechen eine verbesserte Traktion, weniger Bodenverdichtung und eine bessere Straßenlage.

  • Zwischen dem 13. und 16. August fährt Christoph Metzelder mit seiner Mannschaft ins Trainingslager nach Billerbeck und sucht dafür, mit Unterstützung von „Reifen Stiebling“, noch zwei Trainer oder Trainerinnen.

    Vom 13. bis 16. August fährt Christoph Metzelder mit der A-Jugend des TuS Haltern ins Trainingslager nach Billerbeck und sucht dafür, mit Unterstützung von „Reifen Stiebling“, noch zwei Trainer oder Trainerinnen, die für vier Tage seinen Trainerstab vervollständigen. Begleitet wird das komplette Trainingslager von einem Kamerateam des Deutschen Fußball Bundes (DFB), das anschließend exklusiv über die vier Tage in Billerbeck in den eigenen Fachmedien berichten wird. Höhepunkt für die beiden auserwählten Trainer ist die Abschlusstrainingseinheit, die von den Hospitanten persönlich geplant und anschließend auch durchgeführt wird.

  • (v.l.n.r.) Stefan Gabrielsson, Patrik Lindergren, Jon Lind und Tomas Wolf begrüßen die Zusammenarbeit zwischen CTEK und Chargestorm.

    CTEK hat die Übernahme von Chargestorm AB, einem marktführenden schwedischen Entwickler von Produkten und Systemen zum Laden von Elektrofahrzeugen, angekündigt. Als globaler Führer in Batteriemanagementlösungen kann CTEK eigenen Angaben zufolge mit dem Eintritt in den Bereich der Elektrofahrzeuge seine solide Basis weiter ausbauen und ein wichtiger Teilnehmer an diesem dynamischen, wachsenden Markt werden.