Aufwendige Raddesigns Dank Smart Core Technologie

Donnerstag, 21 Dezember, 2017 - 15:15
Für das Modell R63 hat Ronal die neue Smart Core Technologie angewandt.

Anlässlich der Essen Motor Show präsentierte die Ronal Group die neue Smart Core Technologie. Das erste Rädermodell, das in diesem Verfahren hergestellt wird, ist das Ronal R63 in „Graphit-matt-frontkopiert“. Die Redaktion hat die neue Technologie genauer unter die Lupe genommen.

Das neue Rad R63 fällt durch sein spezielles Design auf: Komplexe innere Formgebungen prägen die Optik des Modells. Möglich macht dies die Smart Core Technologie, erklärt der Hersteller. Das Hi-Tech-Verfahren basiert auf Salzkernen und eignet sich für spezielle Bauteil-Geometrien und aufwendige Designs, die mit keinem anderen Gießverfahren oder nur mit Hilfe mechanischer Bearbeitung geschaffen werden können, heißt es seitens Ronals. Zudem sind so Speichendurchbrüche realisierbar, durch die das Gewicht der Felge reduziert werden kann.

Die Redaktion sprach mit Philip Müller, Head of Sales Aftermarket von Ronal, über die neue Technologien und zukünftige, in diesem Verfahren hergestellte Räder.

Das Smart Core Verfahren erlaubt es, Salzkerne mit hoher mechanischer Festigkeit unter Beibehaltung der Gestaltungsfreiheit herzustellen. Bitte erklären Sie dies im Detail.

Bei der Designfindung solcher Räder ist es möglich, in Bereichen mit Materialanhäufungen oder an Stellen, welche aus Festigkeitsgründen nicht benötigt werden, Material auszusparen.

Bei der Formfindung ist jedoch darauf zu achten, dass die Salzkerngeometrie gewissen Beschränkungen unterliegt. So muss sie ebenso wie die Gussradgeometrie aus dem herstellenden Werkzeug entformbar sein. Größe der Kerne, umsetzbare Querschnitte und erreichbare Oberflächengüten müssen jeweils individuell abgestimmt werden.

Sie sagen, dass Smart Core sich vor allem für aufwendige Designs eignet. Was ist genau das Besondere an den Designs?

Es können Durchbrüche und Hinterschnitte umgesetzt werden, die nur mit herkömmlichen Gießformen nicht entformbar wären.

Ist das Verfahren umweltfreundlich?

Die Salzkerne bestehen zu 99 Prozent aus Salz und sind komplett wasserlöslich.

Das erste mit dieser Technologie hergestellte Rad ist in „Graphit-matt-frontkopiert“ gefertigt. Lässt sich das Smart Core Verfahren bei jeder beliebigen Räderherstellung/Farbvariante anwenden?

Die Smart Core Technologie betrifft nur den Gießprozess. Somit können später alle üblichen Oberflächenvarianten wie Endlackräder, frontkopierte Räder oder MCR (Multi Color Rim) umgesetzt werden.

Folgen weitere Räder in diesem Verfahren und wenn ja, wann darf damit gerechnet werden?

Die Umsetzung der Räder wird von der Nachfrage der Kunden abhängig sein, ebenso natürlich vom Ideenreichtum des Stylisten der mit dieser Technologie umsetzbaren Raddesigns.

Lesen Sie das vollständige Interview in der Februar-Ausgabe von AutoRäderReifen-Gummibereifung.

Quelle: 

akl

Rubrik: 

Themen, die Sie interessieren könnten

  • Das R63 wird im Smart Core Verfahren hergestellt und ist das neueste Produkt von Ronal.

    Die Ronal Group stellte auf der Essen Motor Show eine neue Technologie vor: Smart Core heißt das Verfahren, mit dem zum Beispiel das neue Modell Ronal R63 in „Graphit-matt-frontkopiert“ gefertigt wird. Bei dem Verfahren werden zunächst Salzkerne in die Kokille eingelegt, von Aluminium umgossen und anschließend mit Wasser ausgespült. Durch diesen Prozess werden komplexe innere Formgebungen und eine hohe Designvielfalt möglich, so der Hersteller.

  • Michelin solutions bietet neue Services für das Flottenmanagement an.

    Michelin solutions präsentierte auf der Fachmesse Solutrans 2017 in Lyon vier neue digitale Anwendungen. MyBestRoute, MyInspection, MyTraining und MyRoadChallenge sind die Servicemodule, die mit maßgeschneiderten Lösungen Fahrer und Manager im Logistikalltag unterstützen sollen.

  • Der BluEarth-Van RY55 ist der neue Transporterreifen von Yokohama.

    Im Pkw-Bereich haben sich die BluEarth-Reifen von Yokohama bereits etabliert, jetzt präsentiert das Unternehmen mit dem BluEarth-Van RY55 auch einen speziellen Transporterreifen. Im Vergleich zu seinem Vorgänger RY818 ohne BluEarth-Technologie soll der BluEarth-Van RY55 um 50 Prozent verschleißresistenter sein, wobei gleichzeitig der Rollwiderstand Unternehmensangaben zufolge um 19 Prozent und die Nassbremsdistanz um neun Prozent reduziert werden konnten.

  • Ken Block und BJ Baldwin zusammen mit den Toyo Verantwortlichen zogen das Interesse der Messebesucher auf sich.

    Auf dem diesjährigen Tokyo Auto Salon Mitte Januar stellte Toyo Tire zusammen mit Nitto aus. Der Präsident von Toyo, Takashi Shimizu, und der Geschäftsführer Tomoshige Mizutani nahmen die Messe zum Anlass, die Geschichte der Marken zu präsentieren. Darüber hinaus wurden am Toyo Messestand die Produkte Proxes und Open Country in den Fokus gerückt. Als besondere Gäste am Messestand begrüßte das Unternehmen Ken Block und BJ Baldwin.