ADAC: Reifentest-Ergebnisse als Auftrag an Industrie

Dienstag, 24 September, 2019 - 09:45
Die Winterreifentest-Ergebnisse dürfen als Auftrag an die Industrie verstanden werden.

Der bedeutendste Winterreifentest in Europa hält in diesem Jahr wenige Überraschungen bereit. ADAC und ÖAMTC prüften diesmal auch die VAN-Dimension 205/65 R16C T. Die Qualität in diesem Segment ist offensichtlich ausbaufähig – selbst die besten Reifen sind nur „befriedigend“.

Testsieger – und das mit der Gesamtnote 3,0 – ist der Continental VanContactWinter. Obwohl er offenbar „relativ schwach auf Eis und beim Verschleiß ist“, reicht es dank der „Bestnote auf trockener und nasser Fahrbahn“ zu Platz eins. Auf Platz zwei folgt der Pirelli Carrier Winter (Note 3,3), dessen Stärken laut den ADAC-Testern auf trockener Fahrbahn und beim Spritverbrauch liegen. Die etwas schwächere Nässe-Performance verhindert den Sprung auf Platz eins. Mit einer 3,4 ordnet sich der Michelin Agilis Alpin dahinter ein. Das Urteil „relativ schwach auf nasser Fahrbahn“ liest sich für einen Vertreter aus der Premium-Garde recht bitter.

Das Test-Mittelfeld, sofern man von einem echten Mittelfeld sprechen kann, bilden insgesamt acht mit ausreichend bewertete Gummis. Angeführt wird das Oktett vom Vredestein Comtrac 2 Winter  (Note 3,7) sowie vom Goodyear Cargo UltraGrip 2 (Note 3,9). Beiden Reifen bescheinigen die Tester „relativ gut auf Nässe“ zu sein, attestieren aber gleichzeitig auch „Schwächen auf Schnee“. Mit einer glatten 4,0 folgt der Falken Eurowinter Van01 auf dem sechsten Platz. Auch er ist offenbar „schwach auf Schnee“, kann aber im Test mit „Bestnoten auf Eis und beim Verschleiß“ punkten.

Wiederum nur knapp dahinter tummeln sich drei Pneus, die sich mit der gemeinsamen Note 4,1 den siebten Platz teilen. Sowohl der Bridgestone Blizzak W810 („relativ gut auf Schnee“), als auch der Kumho PorTran CW51 und der Matador MPS530 Sibir Snow Van („relativ gut auf Schnee“) werden aufgrund ihrer schwachen Performance auf trockener Fahrbahn von den ADAC-Testern abgewertet. Auf dem geteilten zehnten Rang landen der Uniroyal Snow Max 2 („Bestnote auf Schnee“, „schwach auf trockener Fahrbahn“) und der Yokohama BluEarth WY01  („leisester Reifen im Test“, „schwach auf Nässe“), die mit der Gesamtnote 4,2 noch gerade so im ausreichenden Bereich landen.

Vier Testkandidaten erhalten vom ADAC gar die Note mangelhaft und fallen dementsprechend im Test durch. Erster Vertreter dieser Kategorie ist der Sava Trenta M+S (Note 4,7), der offenbar „relativ gut auf Nässe“, aber auch „sehr schwach auf Schnee“ ist. Auf dem geteilten vorletzten Rang liegen der BF Goodrich Activan Winter („Bestnote beim Verschleiß“) sowie der Goodride SW612 („Bestnote beim Spritverbrauch“). Beide erhalten zudem die „Bestnote auf Eis“, wobei die „sehr schwache Nässeperformance“ (BF Goodrich) beziehungsweise die „sehr schwache Schneeperformance“ (Goodride) den guten Eindruck zunichte machen. Test-Schlusslicht mit einer definitiv unbefriedigenden Leistung wird der Vansmart Snow WL2 von Maxxis. Zwar scheint er „relativ gut auf trockener und nasser Fahrbahn“ zu sein, doch stellen ihm die Tester ein derart schlechtes Zeugnis auf Schnee aus, dass es am Ende nur zu einer 5,0 reicht.

Insgesamt sind die Test-Ergebnisse durchaus als Auftrag an die Industrie zu verstehen. Nicht nur, dass selbst der Testsieger als Gesamtnote nur ein „befriedigend“ erhält, es erreicht nicht ein einziger Testkandidat in wenigstens einer Kategorie ein „sehr gut“. Insbesondere die Leistungen auf trockener Fahrbahn und auf Schnee erweisen sich häufig als K.O.-Kriterium und verhindern so eine bessere Benotung.

185/65 R15 T

In der Größe 185/65 R15 T führt der Dunlop Winter Response 2 das Feld der getesteten Reifen an. Er punktet mit der Bestnote auf Schnee und beim Spritverbrauch, ist „besonders gut auf Nässe und gut auf trockener Fahrbahn“ (Gesamtnote 2,1). Es folgt der Kleber Krisalp HP3, der den Firmen-internen Zweikampf mit dem gewählten Michelin-Profil für sich entscheidet. Zu bemerken ist aber unbedingt, dass der ADAC nicht den aktuellen Alpin 6 gewählt hat, der Alpin A4 absolvierte die Testeinheiten. Das Kleber-Gummi erhält jedenfalls die Bestnote auf trockener Piste. Auf dem dritten Rang landet der Pirelli Cinturato Winter („ausgeglichen gut auf trockener, nasser und schneebedeckter Fahrbahn“).

In der Liste der „befriedigenden“ Reifen rangiert der Continental WinterContact TS860 oben. In der Bilanz steht die Bestnote auf Nässe, im Vergleich zu den Besten sieht der ADAC allerdings leichte Schwächen auf Eis. Gleichauf fährt der Hankook Winter i*cept RS2 W452 („gut auf trockener und nasser Fahrbahn“, „relativ hoher Spritverbrauch“). Der bereits genannte Michelin Alpin A4 zeigt offenbar „leichte Schwächen auf Schnee“, der Spritverbrauch ist entgegen der offensiv kommunizierten Michelin-Philosophie wohl relativ hoch. Der Falken Eurowinter HS01 sichert sich die Gesamtnote 2,9 („gut auf Nässe“). Die weitere Reifenfolge lautet: Vredestein Snowtrac 5 (3,0/„geringer Spritverbrauch“), Goodyear Ultragrip 9 (3,1/„Besonders gut auf Nässe“, „relativ schwach auf Schnee“), Nokian WR D4 (3,1/“besonders gut auf Schnee und Eis“, „relativ schwach auf trockener Fahrbahn“), Gislaved Euro*Frost 6 (3,2/„relativ schwach auf Nässe“), Kumho  WP51 Wintercraft (3,2/„relativ schwach auf Schnee und beim Verschleiß“) und Viking WinTech (3,2/„relativ schwach auf Nässe“).

Der Problembereich beginnt beim Sava Eskimo S3+. Dieser ist laut ADAC schwach auf Nässe. Inakzeptabel sind nach Ansicht der Tester die Leistungen des Toyo Snowprox S943 (5,1/„sehr schwach auf Schnee“) und beim Schlusslicht Davanti Wintoura („sehr schwach auf Nässe“). Im Klartext heißt das nach Ansicht des ADAC: Nicht (ver)kaufen!

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kle/dw

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